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Umwelt

Wiederherstellung Flachmoor Mutt

Bis zur ersten Rhonekorrektion im 19. Jahrhundert war der Talgrund tatsächlich "das Land am Rhonestrand". Das Tal war geprägt von Auenlandschaften, Feuchtgebieten und Flachmooren. Wegen der immer wiederkehrenden Überschwemmungen war der Talgrund nicht besiedelbar. Die Eindämmung des Rottens machte eine Urbarisierung erst möglich. Seither wurden rund 95% der ehemaligen Feuchtgebiete im Talgrund trocken gelegt.

Das einzige Flachmoor im Talgrund des Oberwallis, welches diese Zeit überstanden hat, ist dasjenige im Gebiet "Mutt" bei Raron. Doch auch an diesem Gebiet ging die Zeit nicht spurlos vorbei: Das Ausbruchmaterial für die Kavernen wurde in den 1950er Jahren durch das Militär im östlichen Teil des Flachmoors "Mutt" abgelagert.

Zahlreiche selten gewordene Tier- und Pflanzenarten finden sich in diesem Gebiet. Deshalb ist es als von nationaler Bedeutung eingestuft worden. Die Ersatzmassnahme im Rahmen des Baus der A9 hat zum Ziel, die in den letzten Jahrzehnten erfolgten Beeinträchtigungen des Flachmoors rückgängig zu machen.

Im Rahmen dieser Ersatz- und Renaturierungsmassnahmen wurde als erster Schritt die 300 m-Schiessanlage zurückgebaut. Im Winter 2014/15 erfolgte die Ausbaggerung des Kavernenmaterials westlich der Goler-Arena. Sobald der neue Lastwagenstauraum im Bereich der geplanten Raststätte in Betrieb gehen wird, kann schliesslich in einer dritten Phase die ehemalige Rollpiste und anschliessend auch die Goler-Arena renaturiert werden.

Es heisst, dass viele Pflanzensamen von Feuchtgebieten eine sehr lange Zeit im Boden keimfähig bleiben. Sie sind angepasst an die Flussdynamik, mit welcher sie mitgerissen, überschüttet und bei einem späteren Ereignis möglicherweise wieder ans Licht geholt werden. Und tatsächlich: die während rund 60 Jahren mit Kavernenmaterial überdeckten Samen keimten unmittelbar nach dessen Entfernung. Ein halbes Jahr nach erfolgter Sanierung sah das Flachmoor wieder so aus, als ob es schon immer da gewesen wäre. Ein eindrückliches Beispiel dafür, wie die Natur sich erholen kann, wenn man ihr die Möglichkeit dazu gibt.

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