Die geologisch bedingten Schäden an den Fundamenten, der Verkleidung und auch an den Zwischendecken erstrecken sich über einen weitaus grösseren Tunnelabschnitt, als dies vor Beginn der Bauarbeiten erkennbar war. So mussten bei mehr als doppelt so vielen Tunnelblöcken die gebrochenen Fundamente durch Sohlgewölbe ersetzt werden als anfangs projektiert.
Diese zusätzlichen Arbeiten konnten nicht innerhalb des vorgesehenen Terminplans realisiert werden, sodass sich die Fertigstellung der Rohbauarbeiten für den Tunnel um etwa ein Jahr verzögerte.
Die Bauarbeiten für den Umbau des Vispertaltunnels zu einem Autobahntunnel mit Ausfahrt in die Vispertäler wurden im Herbst 2023 abgeschlossen. Geologische Schwierigkeiten in der Rhône-Simplon-Störung hatten im Vispertaltunnel zu Hebungen der Fahrbahn bis zu 8 cm geführt. Mit dem Einbau eines Sohlgewölbes wird die bestehende Tunnelverkleidung zum Ring geschlossen. Diese Zone ist nun saniert und mit neuen Hebungen der Fahrbahn ist nicht mehr zu rechnen. Am 25. Mai 2023 wurde die letzte Gewölbeetappe betoniert.
Beim Ausbruch der unterirdischen Verzweigungskaverne II für die Ausfahrt in die Vispertäler sind die Ausbrucharbeiten abgeschlossen. Wegen des natürlichen Vorkommens von Asbest im anstehenden Prasinit (Grünschiefer), konnten die Arbeiten nur unter besonderen Gesundheitsschutzmassnahmen ausgeführt werden. So war eine verstärkte Baulüftung und das Tragen von persönlicher Schutzausrüstung (u.a. FFP3-Masken) für die Mannschaften Pflicht.
Der Tunnel wird parallel zu den letzten Betonarbeiten, Abschnittsweise dem Beschichter (Schutzschicht auf der Betonoberfläche) und anschliessend dem BSA (Betriebs – und Sicherheitsausrüstung) übergeben.
Nach einer mehrmonatigen Testphase, in welcher auch die bereits im September 2022 eröffnete Nordröhre einbezogen wird, kann dann die gesamte Südumfahrung dem Verkehr übergeben werden.